Cockpitsimulatoren

Viele Fluggesellschaften trainieren ihre Piloten in regelmäßigen Abständen in Cockpitsimulatoren. Inzwischen gibt es auch zahlreiche Betreiber von Simulatoren für Jedermann. Das Erlebnis in solch einem Flug kommt sehr nahe an das reale Fliegen heran.

 

Am Züricher Flughafen steht der Cockpitsimulator der Sim Academy. Hier stehen neben dem Cockpit einer Boing 777 die Simulatoren einer Lockheed L-1049 Super Constellation (auch "Connie" genannt), eines Jet Rangers, einer Pilatus PC-7 sowie ein King-Air-Verfahrenstrainer.

Aufnahmen aus dem B-777 Cockpit (mit Genehmigung von "Runway 34 Sim Academy")


Video eines Pilatus-PC-7 Simulators

(mit Genehmigung von "Runway 34 Sim Academy")


Microsoft Flight Simulator

Foto: Microsoft Fliegt Simulator X

1988 begann mein Einstieg in die Flugsimulation mit dem MS Flight Simulator in der
Version 3.0, damals noch im Betriebssystem MS-DOS. Es folgten dann diverse Weiterentwicklungen bis hin zum MS Flight Simulator 2004 (FS9). Den Sprung zum Flight Simulator X (FSX) machte ich nicht mehr mit, sondern flog den fs 9 noch einige Jahre, bis ich dann auf X-Plane umgestieg.

 

2009 beendete MS  die Zusammenarbeit mit der Firma Aces, welche für die Produktion des MS Flight Simulators verantwortlich war. Anfang 2012 stellte Microsoft  dann den "Microsoft Flight" in seiner kostenlosen Basis-Version ins Netz. Zusätzliche Add-Ons, wie Flugzeuge und Missionen mussten käuflich erworben werden. Ende 2012 wurde die Weiterentwicklung bereits wieder eingestellt.

 

Microsoft erteilte in 2015 der Firma Dovetail Games die Lizens, den Namen "Microsoft" zu nutzen. Der FSX  wurde neu aufgelegt und wird mittels der Plattform "Steam" vertrieben.

 

FS9 und  FSX sind wohl die am meisten verbreiteten Simulatoren für den PC-Piloten. In den Online-Shops von Aerosoft und Simmarket werden zahlreiche Erweiterungen an Luftfahrzeugen, Flugplätzen und Landschaften angeboten und viele private Entwickler haben ihre Werke zum kostenlosen Herunterladen ins Netz gestellt (freeware). Der FSX ist wohl immer noch der beliebteste  Simulator für den Drehstuhlpiloten.

Prepar3D

Nach der Beendigung des Geschäftsverhältnisses zwischen Microsoft und den Aces Studios erwarb der amerikansche Rüstungskonzern Lockheed Martin von Microsoft die kommerzielle Lizens und den Quellcode des FSX.

 

Lockheed Martin kaufte die Lizens der professionellen FSX-Version ausschließlich als Ausbildungs-, Trainings- und Lernsoftware. Damit ist die Nutzung als Unterhaltungssoftware ausdrücklich nicht gestattet und darf eigentlich von uns Simmern nicht installiert werden. Trotzdem ist Prepar3D nachgefragt und zwar als Lernsoftware für "Schüler und Studenten", die dann die günstige "Prepare3D Academic Version" erwerben können. Und das sind wir dann plötzlich alle ;-). Ansonsten müsste die ca. 200$ teure "Professional License" erworben werden.

 

Der Prepar3D ist in seiner 2015 erschienenen Version eine Weiterentwicklung des MS Flight Simulators X. Viele FSX Add-Ons sind mit Prepar3D kompatibel und viele Neuentwicklungen werden zugleich in den Versionen für den FSX und fürPrepar3D angeboten. 

X-Plane

Foto: Flugsimulator X-Plane 10

Eine Alternative zu FSX und Prepar3D stellt X-Plane dar.

 

Der US-Amerikaner Austin Meyer hatte X-Plane ursprünglich entwickelt, um selbst damit zu fliegen, als er ein Trainingstool für seine Ausbildung zum Piloten benötigte. Nun arbeiten er und sein Team  (Laminar Research) weiterhin an einem "echten" digitalen Simulator, der das Flugmodell anhand seiner physikalischen Gesetzmäßigkeiten nachbildet. So erzielt er seine bessere Flugdynamik durch Echtzeitberechnungen der komplizierten Flugphysik, während die beiden vorgenannten Simulatoren für die Berechnung der Flugphysik Ressourcen schonen, indem sie diese größtenteils aus fertigen Tabellen ermitteln.

  

Interessant ist X-Plane auch für Anwender, die nicht mit Windows, sondern mit einem Linux- oder Mac OS X-System arbeiten.  Und seit 2014 ist X-Plane auch in der Steam-Version erhältlich.

 

X-Plane ist als 32-Bit- und als 64-Bit Anwendung erhältlich. 32-Bit Anwendungen sind in der Regel auf 2-4 GB pro Anwendung beschränkt, wohingegen die 64-Bit Version in der Lage ist, den gesamten physischen RAM zu verwenden, sodass X-Plane auch bei höheren Einstellungen ohne "Runing out of Memory" läuft. Schneller wird X-Plane dadurch jedoch nicht.

 

Jede X-Plane Version wird mit einigen Zusatzprogrammen geliefert: mit einem Flugzeugeditor, einem Szenerieeditor, einem Tragflächenprofileditor und einem Flugplaner. So kann man mit dem Flugzeugeditor (Plane Maker) sein eigenes Flugzeug entwickeln und auf seine Flugfähigkeit überprüfen. Viele kleinere Flugzeugbauer nutzen X-Plane zur Entwickung realer Flugzeuge und in seiner Provivariante ist X-Plane von der amerikanischen Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) zur Ausbildung von Linienpiloten zugelassen.

 

Ich betreibe X-Plane in der Version 10 (XP10). Mit dem XP-Installer überprüfe ich, ob neue Updates (Betas und Finals) gestellt werden und kann sie mir dann kostenlos herunterladen. Zur Zeit habe ich X-Plane 10.45b1 installiert, also eine Beta-Version.

Auf der Seite "X-Plane" lasse ich mich dann etwas ausführlicher zu diesem Flugsimulator aus. 

 

Was ist STEAM?

 

Steam ist eine Internet-Plattform der Valve Corporation, welche für Software und Computerspiele entwickelt und betrieben wird. Das System ermöglicht sowohl Online-Verteilung, Wartung und Überwachung der Spiele als auch die Kommunikation der Spieler untereinander. Mit einer Zugangsberechtigung kann man sich von jedem Ort aus in das Internet einwählen und ist nicht an einen festen Arbeitsplatz gebunden.

 

Ob Vorteile oder Nachteile überwiegen; dazu gibt es unterschiedliche Meinungen. Ich persönlich kann mich mit dem Cloud-Trend nicht so recht anfreunden und bleibe bei meiner Boxed-Version.